70 Jahre Marshallplan

„Unsere Politik richtet sich nicht gegen ein bestimmtes Land oder eine bestimmte Doktrin, sie richtet sich gegen Hunger, Armut, Verzweiflung und Chaos. Ihr Zweck ist die Wiederbelebung einer funktionierenden Weltwirtschaft, damit politische und soziale Bedingungen geschaffen werden, unter denen freie Institutionen existieren können.“
 
In diesem kurzen Zitat aus einer Rede an der Universität Harvard legte US-Außenminister George C. Marshall 1947 die Intentionen und Beweggründe des Wiederaufbauprogramms für Europa dar. Angeboten wurde die wirtschaftliche Unterstützung allen europäischen Nationen, auch jenen, die sich zu dieser Zeit bereits im sowjetischen Einflussbereich befanden. Während die sowjetische Führung diesen Staaten die Annahme der Hilfsgelder untersagte und stattdessen den „Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe“ gründete, entwickelte sich der Marshallplan zu einem Gründungsmythos der Bundesrepublik.
Schaut man auf die Ergebnisse des Programms, dann ist die positive Wahrnehmung im kulturellen Gedächtnis der Deutschen sicherlich unumstritten. Ganz anders sieht es allerdings bei der Beurteilung des wirtschaftlichen Erfolgs des Programms aus. Schon Ludwig Erhardt leitet 1957 in seinem Buch „Wohlstand für alle“ kaum Effekte aus dem  Programm für sein Konzept der sozialen Marktwirtschaft ab. Und auch heute sind die Auswirkungen des  Wirtschaftsprogramms auf den Aufschwung in Deutschland in der Wissenschaft umstritten. Aber warum ist der Marshallplan bis heute Sinnbild für das Wirtschaftswunder in Deutschland, den Aufschwung Europas und für die immerwährende Freundschaft mit den Vereinigten Staaten von Amerika?
70 Jahre nach der Einrichtung des Marshall-Plans für Europa soll deshalb die Leistung des Programms genau betrachtet werden, denn auch heute sind Marshall-Plan-Programme für den Nahen Osten, für Afrika, für Afghanistan oder gerade für Griechenland wieder in der Diskussion. 
 
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Donnerstag, 22. November 2018 18:30 Uhr bis 20:30 Uhr
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