30 Jahre Mauerfall – Deutsch-deutsche Vergangenheitsbewältigung und ihre Auswirkungen

Podiumsdiskussion mit Dr. Wolfgang Gerhardt, Ines Geipel und Berthold Dücker.

Als in den Herbsttagen des Jahres 1989 von Leipzig und anderen Städten aus der Ruf „Wir sind das Volk“ durch die DDR schallte, war der Wille, der nach Freiheit und Mündigkeit strebenden Menschen Veränderungen herbeizuführen, überdeutlich. Im Frühjahr stattgefundene Wahlmanipulationen, der offensichtliche Überwachungsapparat, eingeschränkte Reisefreiheit sowie die Hoffnung auf die weitere Öffnung des „Eisernen Zaunes“ brachten die Menschen auf die Straße. Heute haben sich die politischen Koordinaten unseres Landes stark verändert. Dreißig Jahre nach dem Fall der Mauer steht insbesondere die Stimmung und Gemütslage des deutschen Ostens mehr denn je zur Debatte. Vom „abgehängten Osten“ und „angestauter Wut“ ist dabei immer wieder die Rede. Es stellt sich die Frage, ob und wie gerade im Osten Deutschlands die breite Zustimmung zu rechtsextremem Gedankengut und der Hass auf Staat und Gesellschaft an alte Mythenbildungen, Schweigegeboten und einer kollektiven Vergessenspolitik aus der DDR anknüpfen. Welche Veränderungen gehen in Deutschland 30 Jahre nach dem Mauerfall vor sich? Wie steht es um die gegenwärtige politische Entwicklung im Osten, der Stand der Aufarbeitung von DDR-Unrecht und die Instrumentalisierung der ostdeutschen Geschichte?

Montag, 18. November 2019 19:00 Uhr
Haus auf der Grenze
Platz der deutschen Einheit 1
36419 Geisa
Birgit Konrad
Organisation Gedenkstätte
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