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Point-Alpha-Preisverleihung 2019

Geisa/ Rasdorf. Im ehemaligen US-Camp der Gedenkstätte Point Alpha wurde der Präsident der europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, mit dem Point-Alpha-Preis des Kuratoriums Deutsche Einheit ausgezeichnet. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert. Der Point-Alpha-Preis wird seit 2015 für Verdienste um die Einheit Deutschlands und Europas verliehen. Frühere Preisträger sind unter anderem Michail Gorbatschow, George Bush sen. und Helmut Kohl. Christian Hirte MdB, Präsident des Kuratoriums und Beauftragter der Bundesregierung für die neuen Bundesländer, begrüßte die über 600 anwesenden Gäste. Der 17. Juni sei auch heute noch ein wichtiges Datum für die deutsche Geschichte und Demokratie, so Hirte. An wenigen Orten sei die Geschichte der deutschen Teilung und Wiedervereinigung so präsent wie auf Point Alpha. Mit Juncker werde heute, 30 Jahre nach der Wiedervereinigung, ein Mann ausgezeichnet, der das neue Europa anführe. Der Ministerpräsident des Freistaates Thüringen, Bodo Ramelow, unterstrich in seinem Grußwort den Wert des Friedens für Europa und die Welt. Er hoffe, dass sich die aktuellen Entscheidungsträger ähnlich besonnen verhalten, wie die führenden Politiker im Herbst 1989. Während des Zweiten Weltkriegs wurde Junckers Onkel, als hoher Justizbeamter, von den deutschen Besatzern nach Thüringen verschleppt. Es sei ein großes Zeichen für die europäische Einigung, dass nun ein Luxemburger den Point-Alpha-Preis erhalte, so Ramelow. Für das Land Hessen nahm Justizministerin Eva Kühne-Hormann an der Preisverleihung teil und betonte die Bedeutung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, die mit dem Fall des Eisernen Vorhangs auch in Osteuropa etabliert wurden. Diese Werte seien aber nicht selbstverständlich und müssen von den Europäern verteidigt werden, wie jüngste Entwicklungen zeigten. Sie sprach den Wunsch aus, dass noch mehr Schüler aus Hessen, insbesondere aus Thüringen,sich auf Point Alpha, diesem dem authentischen Ort des Kalten Krieges, über die damit verbundenen leidvollen Erfahrungen informieren.

Die Laudatio für den Preisträger hielt der Bundestagspräsident und Point-Alpha- Preisträger Dr. Wolfgang Schäuble. Er lobte Juncker als überzeugten Europäer, der die europäische Union, unter anderem durch sein Engagement für die gemeinsame Währung durch unruhiges Fahrwasser geführt habe. Als Luxemburger sei er immer ein Brückenbauer zwischen den verschiedenen Nationen und Interessen in Europa gewesen. In seiner Dankesrede betonte Juncker, er stehe gern an einer Grenze, die es nicht mehr gibt. Angesichts aktueller Entwicklungen forderte er die Europäer auf, selbstbewusst und energisch gegen Nationalismus und Populismus einzutreten. Wir müssen uns stärker füreinander interessieren, sagte der Präsident der Europäischen Kommission. Das europäische Einigungswerk sei noch nicht vollendet.

Musikalisch wurde der von der Point Alpha Stiftung organisierte Festakt von dem Orchester der Lichtbergschule Eiterfeld unter Leitung von Winfried Möller umrahmt.

Glückwünsche an den Preisträger gab es nach der Preisverleihung durch den Vorsitzenden des Stiftungsrates Dr.Heiko Wingenfeld sowie die beiden ehrenamtlichen Vorstände Berthold Jost und Dr. Eberhard Fennel, verbunden mit der Überreichung regionaler Produkte, Fuldaer Bier und Hünfelder Aha-Excelsior, dem Leib-und Magengetränk des Computerpioniers Konrad Zuse, “dem Getränk für intelligente und kreative Menschen“.

Jean-Claude Juncker

 

v.l. Vorstandsmitglied Berthold Jost, Stitungsratsvorsitzender Dr. Heiko Wingenfeld (hinten), Jean-Claude Juncker, Vorstandsmitglied Dr. Eberhard Fennel