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Koreanische Delegation besucht Point Alpha Stiftung

Geisa. Am 14. Juni 2019 besuchte der Landrat des südkoreanischen Landkreises Cheolwon, Herr Hyun-Jong Lee gemeinsam mit Kreistagsvorsitzenden Kyong-Hoon Moon und mehreren leitenden Mitarbeitern die Point Alpha Stiftung. Der Landkreis Cheolwon grenzt an die demilitarisierte Zone entlang des 38. Breitengrades. Begrüßt wurden sie im ehemaligen US-Camp der Gedenkstätte Point Alpha durch das Vorstandsmitglied Dr. Eberhard Fennel. Bereits seit über zehn Jahren pflegt die Point Alpha Stiftung eine intensive Kooperation mit dem Korea Office der Hanns-Seidel-Stiftung. Mit Unterstützung der Hanns-Seidel-Stiftung konnte ein reger wissenschaftlicher und musealer Austausch zu südkoreanischen Behörden und Institutionen etabliert werden, der auch im Jubiläumsjahr der friedlichen Revolution in der DDR gepflegt wird. Der Besuch der Delegation von Landrat Lee ist einer von mehreren Delegationsbesuchen, die in diesem Jahr stattfinden. Großes Interesse hatten die leitenden Verwaltungsbeamten dabei nicht nur an der Geschichte der Deutschen Wiedervereinigung, sondern auch an Strukturen und Verfahrensweisen in der deutschen Verwaltung.

Neben einer ausgiebigen Führung durch den wissenschaftlichen Leiter der Point Alpha Stiftung, Danny Chahbouni, in der Gedenkstätte fand deshalb auch ein Besuch im Rathaus Geisa statt, bei dem Ortsteilbürgermeister Jürgen Dücker Einblicke in die Veränderungen der Stadt nach der Wiedervereinigung und den Alltag in einer deutschen Stadtverwaltung gab. Besonders interessiert zeigten sich die Gäste davon, dass politische Mandatsträger in Deutschland ehrenamtlich tätig sind und bestenfalls eine kleine Aufwandsentschädigung bekommen. Diese Form des zivilgesellschaftlichen Engagements sei doch ein großer Unterschied zu den Strukturen in Südkorea, sagte Landrat Lee erstaunt über die Motivation der Menschen in Deutschland sich für das Gemeinwohl einzusetzen. Erstaunt waren die Gäste auch in Anbetracht der Erinnerungskultur, die sich in den letzten 30 Jahren in der Region entwickelt hat. Während Point Alpha heute ein Lernort für Menschen aus allen Teilen der Welt ist, seien Teilung und tödliche Grenze in Südkorea immer noch bittere Realität. Hoffnung für ihr eigenes Land schöpften die Gäste vor allem daraus, dass auch in Deutschland in den 80er Jahren zwar noch ein Wunsch nach Einheit vorhanden war, aber niemand daran geglaubt hätte, dass binnen nicht einmal 12 Monaten die Grenze verschwindet und die SED-Diktatur sich in Luft auflöst. Vom 16-18. Juli wird eine Abordnung der südkoreanischen Bürgerallianz für Menschenrechte ein Seminar in der Point Alpha Akademie durchführen. Zu der Gruppe, die aus Studierenden verschiedener Fachrichtungen besteht, gehören auch ehemalige Nordkoreaner, denen die Flucht über in den Süden gelungen ist. Wenige Tage später, vom 20.-21. Juli veranstaltet die Association of Korean Residents in Europe eines ihrer Jahrestreffen auf Point Alpha. Hierfür werden ca. 100 Jugendliche Koreaner aus verschiedenen Ländern EU und aus Südkorea erwartet.

v.l.n.r. Dae-Hwan Kim, Mi-Young Choi, Kyung-Hoon Moon (Kreistagsvorsitzender Cheolwon), Hyun-Jong Lee (Landrat Cheolwon), Young-Soo Kim (Hanns-Seidel-Stiftung), Danny Chahbouni (Point Alpha)