Bildungsangebote für Schülerinnen und Schüler

Den intensivsten und nachhaltigsten Eindruck erhalten Schulklassen bei einem Gedenkstättenbesuch insbesondere dann, wenn Schülerinnen und Schüler nach einer erklärenden Einführung, eigenständig und mit Aufgaben versehen, in den einzelnen Bereichen der Gedenkstätte forschen und ihre Ergebnisse in der Gedenkstätte ihrer Klasse vorstellen und in einen verbindenden Zusammenhang stellen. Hierfür bietet die Gedenkstätte Point Alpha zurzeit drei unterschiedliche Modelle, die von Gedenkstättenpädagogen begleitet werden.

Workshop:      Innerdeutsche Grenze    (ab 9. Klasse)        

Die Schulklasse forscht in fünf Kleingruppen anhand von Exponaten, Dokumenten, Bildern in den Ausstellungen und mittels Arbeitsmappen zu folgenden Themen: „Aufbau und Entwicklung der innerdeutschen Grenze“, „Flucht und Tod an der Grenze“, „Alltag und Leben an der Grenze“ und „Zwangsaussiedlung und geschleifte Höfe“.

Ablauf: Einführungsfilm, einführender Rundgang durch die Ausstellungen und das Gelände, ausgiebige Pause, Bildung von Forscher-Teams, Recherchephase, Auswertung in Form von Präsentationen und Diskussion. Dauer vier bis fünf Stunden.

Workshop: Biografische Arbeitsmappen zur deutschen Teilung (ab 10. Klasse)

Anhand von fünf Biografien, befassen sich fünf Kleingruppen mit unterschiedlichen Schicksalen im Zusammenhang mit der deutschen Teilung. Anhand von Zeitzeugeninterviews, Lebensläufen, Stasiakten und Zeitungsartikeln in den Ausstellungen und in den ausgegebenen Arbeitsmappen verdichten sich die einzelnen Biografien und verdeutlichen Ereignisse, wie Fluchten, Zwangsaussiedlungen, geschliffene Höfe und das Leben im Sperrgebiet. Besonders greifbar wird diese Beschäftigung mit der Vergangenheit durch das jugendliche Alter der einzelnen Protagonisten. Die Ergebnisse der Recherche werden den jeweils anderen Gruppen in kreativen Präsentationen vorgestellt.

Ablauf: Einführungsfilm, einführender Rundgang durch die Ausstellungen und das Gelände, ausgiebige Pause, Einteilung der Arbeitsgruppen, Recherchephase, Auswertung in Form von Präsentationen und Diskussion. Dauer vier bis fünf Stunden.

Workshop: Kalter Krieg   (ab 10. Klasse)                           

In fünf Kleingruppen wird anhand von Exponaten, Dokumenten, Bildern in den Ausstellungen und mittels Arbeitsmappen zu folgenden Themen geforscht: „Ursachen des Kalten Krieges“, „Phasen und Wendepunkte des Kalten Krieges“, „Fulda Gap – the first battle oft he next war?“, „Observation Point Alpha“ und „Ende des Kalten Krieges“.

Ablauf: Einführungsfilm, einführender Rundgang durch die Ausstellungen und das Gelände, ausgiebige Pause, Bildung von Forscher-Teams, Recherchephase, Auswertung in Form von Präsentationen und Diskussion. Dauer vier bis fünf Stunden.

Alle Workshops können gemäß ihren Vorstellungen und Ideen zeitlich und inhaltlich angepasst werden.

 

Überblicksführung durch die Gedenkstätte

Erfahrene Gästebegleiter vermitteln einen Überblick zur Gedenkstätte: Vorgestellt wird die Ausstellung im Haus auf der Grenze, die Mustergrenze auf dem ehemaligen Grenzstreifen, sowie der amerikanische Beobachtungsposten Point Alpha. Thematisiert wird das Grenzregime der DDR in Zusammenhang mit der Konfrontation der Blöcke im Kalten Krieg, das Leben im Sperrgebiet der DDR, persönliche Schicksale, das „Fulda Gap“, die Entwicklung der innerdeutschen Grenze vom „Todesstreifen“ zum „grünen Band“ und vieles mehr. Dauer ca. zwei Stunden.

Everyday Life. Deutsch-Amerikanischer Alltag im „Fulda  Gap“ im Schatten des Kalten Krieges

Führung über das Gelände des ehemaligen US-Beobachtungsposten „Point Alpha" und durch die Ausstellung "Everyday Life. Deutsch-Amerikanischer Alttag im 'Fulda Gap' im Schatten des Kalten Krieges:" Gästebegleiter führen interessierte Gruppen über das Gelände der damals hier stationierten US-Soldaten mit all ihren Hinterlassenschaften und erläutern die spezielle strategische Lage des Postens und der Region. Besonders eingegangen wird auf das „Fulda Gap“ – einer der heißesten Punkte im Kalten Krieg. Neben militärischen Aspekten, gehen Gästeführer anhand der Ausstellung „Everyday Life“ auf das sich wandelnde Verhältnis der in West-Deutschland stationierten US-Soldaten zur hiesigen Bevölkerung ein. Vom anfänglichen Sieger und Besatzer mit ausdrücklichem Kontaktverbot zur Bevölkerung, entwickelten sich bald längerfristige Freundschaften. Erzählt wird regionale Alltagsgeschichte, die sich auch für jüngere Schulgruppen eignet. Eingebunden werden diese Geschichten aber auch in den übergeordneten Zusammenhang des Kalten Krieges und eines allgemeinen Kulturtransfers. Beleuchtet werden insbesondere der Bereich „American way of life contra Ami go home“, sowie „Vorbild und Widerspruch“. Dauer ca. 90 min.

Museumsrallye
 
Für jüngere Schüler geeignet ist die selbstständige Erkundung der Gedenkstätte durch die Beantwortung eines Fragenkatalogs. Dazu dienen Exponate, die in der Ausstellung oder im Außenbereich aufgesucht werden und das nötige Wissen vermitteln.
 
Zeitzeugengespräche
 
Die Gedenkstätte steht in Kontakt zu unterschiedlichen Zeitzeugen, die gern auch mit Schulgruppen über ihre persönlichen Erlebnisse ins Gespräch kommen wollen. Es stehen Zeitzeugen von der thüringischen und der hessischen Seite mit den thematischen Schwerpunkten Flucht, Alltagsleben in der DDR, Stasi und Diktatur, BGS, US-Streitkräfte im Fuldaer Land und Ereignisse an der innerdeutschen Grenze zur Verfügung. Ein Zeitzeugengespräch dauert eine Stunde. Es besteht auch die Möglichkeit, mit zwei Zeitzeugen zu sprechen.
 

Spurensuche an der ehemaligen innerdeutschen Grenze

Auch für Schulgruppen eignen sich Wanderungen entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Erfahrende Gedenkstättenmitarbeiter begleiten die Schülerinnen und Schüler und machen sie auf die Relikte der Grenzanlagen aufmerksam. Auch wenn sich längst die Natur den ehemaligen „Todesstreifen“ zurückerobert hat, so birgt das Gelände auch heute noch reichlich Spuren der Teilung Deutschlands und Besonderheiten der Flora und Fauna der Rhön auf dem "Grünen Band".

Möglich sind folgende thematische Wanderungen:

„Unter Beobachtung“

Begleitete Wanderung vom Haus auf der Grenze über den „Weg der Hoffnung“, dem Kunstprojekt von Dr. Ulrich Barnickel, zum Wiesenfelder-Turm, dem einzig begehbaren und wieder ausgestatteten Grenz/Führungsturm in der Umgebung und zurück zur Gedenkstätte. Strecke ca. 4 km, Dauer mit Turmbesichtigung ca. 2 Stunden.

„Auf den Spuren des Kalten Krieges“

Begleitete Wanderung vom „Haus auf der Grenze“ entlang der „Mustergrenze“, die den Ausbau der DDR-Grenzanlagen über die Jahrzehnte hinweg dokumentiert, hin zum Observation Point Alpha und weiter zu einem Sprengstoffschachtdeckel, der stellvertretend für die Situation im „Fulda Gap“ im Kalten Krieg steht und zurück zum Camp oder zum Haus auf der Grenze. Stecke ca. 2 km, Dauer: ca. 1 h

„Geschleifte Höfe“

Begleitete Wanderung vom „Haus auf der Grenze“ entlang der „Mustergrenze“, die den Ausbau der DDR-Grenzanlagen über die Jahrzehnte hinweg dokumentiert, hin zum ehemaligen Beobachtungsposten der Amerikaner und weiter auf dem Rasdorfer Berg zu den Überresten des Fischerhofes, der stellvertretend für viele andere Gehöfte steht, die im Zuge des Ausbaus der Grenze „geschliffen“ wurden. Die Tour führt zurück zur Gedenkstätte. Strecke ca. 2 km, Dauer: ca. 1 h

„Große Grenzwanderung“

Die „große Grenzwanderung“, die weite Teile des klassischen Wanderweges „Point Alpha Weg“ beinhaltet, startet im Zentrum der Point Alpha Stadt Geisa, führt durch das historische Zentrum der weit über 1000 Jahre alten Stadt hoch auf den Rasdorfer Berg. Neben Informationen zur Stadt und Regionalgeschichte vermitteln kundige Gästeführer auch hier Informationen zur Rhön, zum Biosphärenreservat, zum Leben im Grenzgebiet und zur Situation im Kalten Krieg im geteilten Deutschland. Der Weg führt weiter zum Observation Point Alpha, wo unter anderem auf die Besonderheit des „Fulda Gap“ innerhalb der militärischen Planungen im Kalten Krieg eingegangen wird. Entlang der „Mustergrenze“, die den Ausbau der DDR-Grenzanlagen über die Jahrzehnte hinweg dokumentiert, führt die Wanderung weiter zum „Haus auf der Grenze“. Besonders hier wird auf die Besonderheiten des DDR-Grenzregimes und auf Grenzvorfälle eingegangen. Die Tour setzt sich fort, über den „Weg der Hoffnung“ bis hin zum Wiesenfelder Grenz-Turm und über das ehemalige Grenzdorf Wiesenfeld zurück nach Geisa. Strecke ca. 10 km, Dauer: ca. 4 Stunden

 
Weitere Informationen zu den Bildungsangeboten der Gedenkstätte erhalten Sie hier.
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