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Geschichte im Spiegel der Emotionen – ein Jahrhundertrückblick

Die Plakat-Ausstellung „Die Macht der Gefühle. Deutschland 19 | 19“ wird in der Gedenkstätte Point Alpha ab dem 24. April 2019 bis 1. Juli 2019 im Haus auf der Grenze gezeigt.

Unsere Politik wird, so scheint es, zunehmend von Gefühlen bestimmt. Wir leben in Zeiten der Daueraufgeregtheit. Fakten werden durch gefühlte Wahrheiten infrage gestellt. Radikale aller Couleur finden mit einfachen Antworten auf komplexe Fragen immer mehr Zuspruch. Die politische Mitte weiß mit den aufgeheizten Emotionen oft nichts anzufangen. Sie ist von der politischen Kultur der alten Bundesrepublik geprägt, in der das Gebot der Nüchternheit galt.

Hier setzt die Ausstellung Die Macht der Gefühle. Deutschland 19 | 19 an, die Ute und Bettina Frevert für die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) und die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur erarbeitet haben. Die Schau wählt eine emotionsgeschichtliche Perspektive auf die vergangenen 100 Jahre und verdeutlicht die politische und gesellschaftliche Wirkungsmacht von Angst, Hoffnung, Liebe oder Wut.

Anlass der Ausstellung sind die zahlreichen Jahrestage, die 2019 dazu anregen, sich mit der Geschichte von Demokratie und Diktatur in Deutschland auseinanderzusetzen: 100 Jahre Gründung der Weimarer Republik, 90 Jahre Weltwirtschaftskrise, 80 Jahre deutscher Überfall auf Polen und Beginn des Zweiten Weltkriegs, 75 Jahre 20. Juli und Landung der Alliierten in der Normandie, 70 Jahre doppelte deutsche Staatsgründung, der Regierungswechsel in Bonn vor 50 Jahren, 30 Jahre Friedliche Revolution und 15 Jahre EU-Osterweiterung.

Die Ausstellung zeigt den Einfluss von Gefühlen auf Politik und Gesellschaft. „Die Macht der Gefühle. Deutschland 19 │19“ illustriert, wie Angst, Hoffnung, Liebe oder Wut in den vergangenen 100 Jahren geschichtliche Ereignisse geprägt haben. Historische Bilder, Zitate und Kurztexte sowie multimediale Begleitangebote vermitteln prägnant, dass Gefühle Motor von Reform- und Demokratisierungs-prozessen waren, aber auch politisch instrumentalisiert und manipuliert wurden, besonders seitens der politischen Extreme des 20. Jahrhunderts.

Die Ausstellung setzt die Forderung nach einem Gegenwartsbezug historisch-politischer Bildungsarbeit konsequent um. Prägnante Texte, ca. 140 historische Fotos und Faksimiles regen dazu an, sich mit der Macht von Gefühlen in Vergangenheit und Gegenwart auseinanderzusetzen.

Zusätzlich präsentiert die Gedenkstätte anlässlich der Europawahl in Zusammenarbeit mit der Konrad-Adenauer-Stiftung die Ausstellung „Deine Stimme für Europa“. Diese informative Schau wird bis zum 24. Mai 2019 im Haus auf der Grenze der Gedenkstätte Point Alpha zu sehen sein.