10. Geisaer Schlossgespräch - Berlin-Budapest-Prag: Wo fiel die Mauer?

veröffentlicht am 24.09.2019

Am 17. September 2019 fand zum 10. Mal bereits das Geisaer Schlossgespräch statt. Traditionell wirkten dabei wieder die Landeszentralen für politische Bildung aus Thüringen und Hessen mit der Point Alpha Stiftung zusammen, um dem Publikum ein hochkarätig besetztes Podium zu präsentieren. In diesem Jahr ging Moderatorin Sabrina Mehler im Gespräch mit Bundesminister a. D. Dr. Rudolf Seiters und dem ungarischen Historiker György Dalos der Frage nach: Berlin-Budapest-Prag, wo fiel sie eigentlich genau, die Mauer?

Vor 30 Jahren brodelte es in der DDR: Tausende Menschen gingen auf die Straße, um für Reisefreiheit und gegen die Unterdrückung des SED-Regimes zu protestieren. Der Fall der Berliner Mauer am 09. November 1989 markiert den Einstieg in das Ende der SED-Herrschaft und den Startschuss für den Einigungsprozess beider deutscher Staaten knapp ein Jahr später. Die Risse im Eisernen Vorhang zeigten sich jedoch nicht erst durch die „Mauerspechte“ in Berlin: Bereits im Frühsommer 1989 wurden die Zerfallserscheinungen des sowjetischen Imperiums immer deutlicher. Als erster Satellitenstaat öffnete Ungarn die Grenzsperranlagen zu Österreich. Die tödliche Grenze durch Europa hatte plötzlich ein Loch. Gleichzeitig begann ein Exodus der DDR-Bevölkerung über die bundesdeutschen Botschaften in mehreren Warschauer Pakt Staaten. Wo aber genau fiel der Eiserne Vorhang zuerst? Wer waren die führenden Akteure im Hintergrund, als es um die Zukunft Europas und vielleicht der ganzen Welt ging?

Dr. Rudolf Seiters, damals Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramts konnte als Zeitzeuge aus dem Inneren der Bundesregierung über die bewegenden Wochen und Monate im Sommer und Herbst 1989 berichten. György Dalos, ungarischer Schriftsteller und Historiker, berichtete über die Oppositionsbewegung in Ungarn und die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu den Protesten in der DDR.

v.l.n.r. Berthold Jost, Dr. Rudolf Seiters, Sabrina Mehler, György Dalos, Franz-Josef Schlichting und Dr. Eberhard Fennel