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Ordinariatsrat: In der Gedenkstätte sollte jeder Thüringer einmal gewesen sein

veröffentlicht am 12.11.2020

Die Gedenkstätte Point Alpha ist in ihrem Gesamtkomplex ein unvergleichbares Zeitzeugnis und ein einzigartiger Lernort der europäischen und deutsch-deutschen Geschichte. Ob im Rahmen einer Führung oder bei Gesprächen mit Zeitzeugen - nirgends sonst in der Region kann man die Teilung, Grenzöffnung und Wiedervereinigung Deutschlands so hautnah erfahren wie zwischen den Baracken des US-Camps, im Haus an der Grenze und auf dem Weg der Hoffnung. Davon machte sich Ordinariatsrat Dr. Claudio Kullmann aus Erfurt auf Einladung von Stiftungsratsmitglied Martin Henkel (MdL) bei einem Besuch ein Bild. Ein gemeinsames Gespräch und der anschließende Rundgang mit dem Geschäftsführer der Point Alpha Stiftung, Sebastian Leitsch, dienten dem gegenseitigen Kennenlernen. Der im Eichsfeld aufgewachsene Kullmann interessierte sich sichtlich für die ansprechend aufbereite Ausstellung im Haus auf der Grenze zu den Besonderheiten dieses Ortes in der Rhön, wo sich zwei verfeindete Systeme am westlichsten Punkt des Warschauer Paktes jahrzehntelang sozusagen Auge in Auge gegenüberstanden. „Wir zeigen in der Ausstellung wie sich die Konfrontation der beiden Machtblöcke entwickelt hat und welche Auswirkungen die SED-Diktatur ganz konkret auf die Menschen hier vor Ort hatte." informierte Leitsch seinen Gast.

Kullmann leitet das Katholische Büro Erfurt und vertritt damit die für Thüringen zuständigen Bischöfe der Bistümer Erfurt, Fulda und Dresden-Meißen gegenüber dem Freistaat Thüringen und seinen Institutionen. Er ist somit auch der erste Ansprechpartner für die Abgeordneten des Thüringer Landtags. Der Ordinariatsrat sagte zu, die von der Katholischen Kirche in Thüringen getragenen Bildungseinrichtungen auf die Angebote der Gedenkstätte Point Alpha hinzuweisen und den Besuch ausdrücklich zu empfehlen: „Die Ausstellung ist sehr beeindruckend. Hier sollte jeder Thüringer einmal gewesen sein. Man spürt noch heute, wie gefährlich die Konfrontation der beiden Blöcke im Kalten Krieg war und man kann erfahren, dass ein Leben in Frieden und Sicherheit keine Selbstverständlichkeit ist.“ Beeindruckt zeigte er sich auch vom Kunstprojekt „Weg der Hoffnung“, der mit seinen 14 Stationen an den christlichen Kreuzweg anknüpft, um die Menschen anzuregen, sich an ihren eigenen Schicksalsweg in schwieriger Zeit zu erinnern und im Sinne eines „nie wieder" zu reflektieren.

Henkel freute es, dass der Leiter des Katholischen Büros sich die Zeit nahm und seiner Einladung in den Wahlkreis nachgekommen war. „Ein guter Austausch mit den Bistümern ist mir sowohl als Landtagsabgeordneter, als auch als Stiftungsratsmitglied der Point Alpha Stiftung wichtig. Demokratievermittlung ist nicht nur Aufgabe der Politik, sondern der gesamten Gesellschaft. Point Alpha ist hierzu ein prädestinierter Ort. Gerade für junge Menschen ist es wichtig, dass sie erkennen, zu welch unendlichem Leid Diktaturen führen. Point Alpha ist nicht nur ein Ort für Geschichte und Erinnerung, sondern vor allem ein Ort für Begegnungen. Die Point Alpha Stiftung will verbliebene Mauern in den Köpfen‘ einreißen und im Dialog zudem neue Perspektiven für die Werte von Frieden, Freiheit und Demokratie eröffnen“, ergänzte der Landtagsabgeordnete.

 

Auf dem Foto vor der Friedensspirale von links: Der Geschäftsführer der Point Alpha Stiftung, Sebastian Leitsch, Ordinariatsrat Dr. Claudio Kullmann aus Erfurt und Stiftungsratsmitglied Martin Henkel (MdL).           

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