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Honeckers letzter Hirsch - Vortrag "Jagd und Macht in der DDR" am 20. Oktober

veröffentlicht am 07.10.2020

Die Führungselite der DDR nutzte die Jagd als Freizeitvergnügen und als Mittel der Politik. Insbesondere Erich Honecker war geradezu jagdbesessen und kürzte häufig Sitzungen ab, um sich auf die Pirsch zu begeben. In der DDR unterlag die Jagd anderen Bedingungen als in Westdeutschland. Davon erzählt am Dienstag, 20. Oktober, 18.30 Uhr, in der Gedenkstätte Point Alpha der Jagdhistoriker Helmut Suter. Der Eintritt ist frei.

Im Jagdrevier Schorfheide wurden nicht nur staatstragende Entscheidungen getroffen und Intrigen geschmiedet, sondern auch illustre Gäste aus West und Ost empfangen – von Chruschtschow und Breschnew bis hin zu Helmut Schmidt und Franz-Josef Strauß. Suter kennt so manche Jagd-Anekdote und hat sie in seinen Büchern festgehalten. Eine davon – fast schon unglaublich und sogar auf einem Findling im Waldgebiet nachzulesen -  dass Honecker am 8. November 1989 noch in der Schorfheide war und dort um 18.35 Uhr sozusagen den letzten Hirsch in seiner Jagdlaufbahn erlegt hat…

Durch das Jagdgesetz von 1953 wurde das Jagdrecht vom Staat sanktioniert. Das traditionelle Revierjagdsystem bestand nicht mehr, stattdessen galt das Motto „die Jagd gehört dem Volke". Aus Angst vor bewaffneten Aufständen waren dem Waffenbesitz für Jäger aber enge Grenzen gesetzt. Entgegen dem egalitären Anspruch nutzen die führenden Personen der Staats- und Parteileitung die Schorfheide bei Berlin für exklusive Staatsjagden, wo einst die Hohenzollern und nach 1933 Hermann Göring gejagt hatten.

Helmut Suter, seines Zeichens Leiter des Schorfheidemuseums, wird die unterschiedlichen Aspekte des Themas Jagd in der DDR beleuchten. Der Forstbedienstete Gerhard Pagel aus Kranlucken berichtet über die Jagd im ehemaligen Sperrgebiet der DDR. Die Veranstaltung wird musikalisch umrahmt von den Jagdhornbläsern Rockenstuhl. Die Veranstaltung wird in Kooperation mit dem „Forum lebendige Jagdkultur e.V.“ auf Initiative des Vorstandsmitglieds Wendelin Priller durchgeführt.

Der Eintritt zur Veranstaltung in der Fahrzeughalle des ehemaligen US-Camps ist frei. Eine Teilnahme ist wegen der Corona-Vorgaben nur nach vorheriger Anmeldung über www.pointalpha.com möglich.