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Gästeführer auf Point Alpha gesucht / Infoabend der Stiftung am 27. Januar in Geisa in Kooperation mit der vhs des Landkreises Fulda

veröffentlicht am 10.01.2020

Geisa/Rasdorf. Sie suchen eine ungewöhnliche Grenzerfahrung? Dann sind Sie als Gästeführer auf Point Alpha genau richtig! Das Team kann Verstärkung nämlich gut gebrauchen. Deshalb führt die Point Alpha Stiftung einen neuen Ausbildungskurs in Kooperation mit der vhs des Landkreises Fulda durch. Details gibt es an einem Einführungsabend am 27. Januar in der Point Alpha Geschäftsstelle in Geisa. Leute aus der heimischen Region, die eine spannende und gewinnbringende Herausforderung suchen, sind dazu willkommen.

Das Wichtigste vorweg: Bammel muss man keinen haben. Gästeführer zu sein, hat nichts mit Pflicht oder Zwang zu tun, sondern mit Lust, die man für ein nicht alltägliches Hobby mitbringt, wenn der Terminkalender dafür die Zeit hergibt. Auch das Rüstzeug für diese Aufgabe muss nicht automatisch angeboren sein. Dafür gibt es ja einen Ausbildungskurs, der von vhs-Studienleiterin Dr. Gudrun Schwegler und vhs-Leiter Michael Friedrich passgenau konzipiert wird. Infos, Daten und Fakten werden geliefert. Und wer sich nicht sicher ist, der darf bei den „alten Hasen“ schnuppern, bis der eigene „rote Faden“ für einen Rundgang gefunden ist.

Auf Point Alpha spielen die Gästeführer eine unverzichtbare Rolle. Sie begleiten pro Jahr rund 1700 Besuchergruppen durch das Museum „Haus auf der Grenze“ oder das US-Camp mit der Ausstellung „Every day life“.  Auch Touren am „Weg der Hoffnung“ entlang oder Grenzwanderungen im „Grünen Band“ werden begleitet. Dabei vermittelt man vor allem Jugendlichen gerne, was nach einem Krieg alles passieren kann, Wissenswertes zur Teilungs- und Wiedervereinigungsgeschichte und wie wichtig Frieden, Freiheit und Demokratie sind.

Verschiedenste Nationen, Schulen, Berufs- und Altersgruppen treffen sich auf Point Alpha. Für die rund 40 momentan aktiven Gästeführer bedeutet das: „Jede Führung ist anders, Routine gibt es nicht“, beschreibt der ehrenamtliche Vorstand mit Berthold Jost und Dr. Eberhard Fennel das Wirken der Gästeführer - und die sind sich dieser Herausforderung bewusst. Wie Christina Weller, die stellvertretend für ihre Kollegen erzählt: „Es macht in der Summe einfach nur Spaß, besonders der direkte Austausch mit den Menschen.“ 30 Führungen hat die 55-jährige aus Rasdorf in 2019 hinter sich, in Spitzenjahren waren es auch schon über 50, insgesamt schon mehrere Hundert seit ihrem Start vor 14 Jahren. "Wir lernen niemals aus. Es gibt immer wieder einmal eine Frage, die wir nicht gleich beantworten können. Aber bei der nächsten Führung dann ganz bestimmt", sagt Weller mit einem Augenzwinkern.

Eine wichtige Zielgruppe sind inzwischen Schüler und Jugendliche – diejenigen, die kaum noch einen Bezug zur Teilung haben. "Wenn dort heute jemand langgeht, der erst 18 ist, der die Grenze nur vom Hören-Sagen kennt, dann hat der heute keine Assoziation mehr damit. Deshalb ist es enorm wichtig, dass Point Alpha neue Bilder findet, um Geschichte neu zu erzählen, da geht es um Bildungsarbeit der Zukunft“, ist sich Berthold Jost sicher.

Auf Point Alpha sieht man, dass hier einst die innerdeutsche Grenze verlief, an der insgesamt mehr als 300 Menschen starben. 2019 besuchten 80000 Personen den Point Alpha. Wenn Sie einmal am Point Alpha gewesen sind, macht dieser Ort etwas mit Ihnen. In 2020 jährt sich die Deutsche Einheit zum 30. Mal, das ist für Viele bestimmt Anlass, wieder einmal vor Ort zu erfahren, wie das damals so war. Die Geschichte des authentischen Ortes sichtbar, erlebbar und begreifbar machen – eine Chance für eine unvergleichliche Grenzerfahrung.

Infoabend und Anmeldung

Interessenten melden sich bitte vorher unter Telefon 036967/596423 oder E-Mail: stiftung@pointalpha.com an. Hier erhalten Sie weitere Informationen. Details zur Gästeführer-Ausbildung gibt es an einem Einführungsabend am 27. Januar, um 18 Uhr, in der Gedenkstätte Point Alpha, Platz der Deutschen Einheit 1, 36419 Geisa

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