Veranstaltungen 2012/1. Halbjahr

26.01.2012, Gedenkstätte Point Alpha (Haus auf der Grenze): Die Geschichte der geschleiften Höfe und ihrer Bewohner im Geisaer Amt Buchpräsentation mit den Autoren Wolfgang Christmann, Bruno Leister und den Zeitzeugen Domkapitular Bruno Heller und Ursula Preißler

Aufgrund des großen Interesses und der zahlreichen Menschen, die an der Buchpremiere sowie der ersten Wiederholungsveranstaltung „Zur eigenen Sicherheit? Die Geschichte der geschleiften Höfe und ihrer Bewohner im Geisaer Amt" aufgrund des begrenzten Platzangebotes nicht teilnehmen konnten, veranstaltet die Point Alpha Stiftung eine Wiederholungsveranstaltung, zu der wir Sie hiermit sehr herzlich einladen.
Bis zum Ende der DDR wurden immer wieder, auch unabhängig von den beiden großen Zwangsaussiedlungswellen, grenznahe Höfe und Gebäude auf Anweisung der DDR-Regierung zerstört und beseitigt („geschleift"). Die dort lebenden Menschen mussten ihre Häuser verlassen und wurden zwangsevakuiert. Auch im Geisaer Amt fielen zur Zeit der deutschen Teilung zahlreiche Höfe der staatlich angeordneten Zerstörung zum Opfer. Dreißig dieser „geschleiften Höfe" stehen im Mittelpunkt des Buches von Wolfgang Christmann und Bruno Leistner, die in jahrelanger Arbeit die Geschichte der Höfe und ihrer Bewohner erstmals für das Geisaer Amt umfassend recherchierten. Im Anschluss an die Buchvorstellung findet eine Diskussionsrunde mit dem Diözesan-Caritasdirektor, Herrn Domkapitular Bruno Heller und der früheren Bürgermeisterin von Dorndorf, Ursula Preißler statt. Beide berichten als Betroffene über das Schicksal ihrer Familien und die Geschichte ihrer Höfe. Moderation: Dr. Jens Schöne, Historiker und stellvertretender Landesbeauftragter für die Unterlagen der Staatssicherheit der ehemaligen DDR in Berlin.

27.-29. Januar 2012, Europäische Jugendbildungs - und Jugendbegegnungsstätte Weimar: Die SED-Diktatur in der politischen Bildung: Arbeit und Selbstverständnis an historischen Orten
Ein Kooperationsseminar der Europäischen Jugendbildungs - und Jugendbegegnungsstätte Weimar, der Stiftung Ettersberg, der evangelischen Akademie Thüringens und der Point Alpha Stiftung. Das Seminar wird gefördert von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Das zweitägige Seminar richtet sich insbesondere an ehrenamtliche, freie und feste Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Gedenkstätten und Aufarbeitungsinitiativen. In Workshops und Vorträgen werden zentrale Fragen der pädagogischen Praxis und dabei insbesondere die Rolle des eigenen Geschichtsbilds bei der Vermittlung von Geschichtswissen reflektiert und gemeinsam diskutiert. Trainer/innen des Weiterbildungsangebots „Verunsichernde Orte" geben, ausgehend von ihren Erfahrungen an Orten mit NS-Vergangenheit, Impulse für die Arbeit rund um das pädagogische Spannungsfeld zwischen Wissensvermittlung und Gedenken an historischen Orten. (Nähere Informationen unter www.verunsichernde-orte.de)

3.-5. Februar 2012, Point Alpha Akademie: Weiterbildung der Gästeführer der Point Alpha Stiftung
Geschlossene Veranstaltung

7. Februar 2012, 11 Uhr, Gedenkstätte Point Alpha: Präsentation des Bildbandes zum "Weg der Hoffnung" von Dr. Ulrich Barnickel

20. März 2012, 19 Uhr in der Gedenkstätte Point Alpha: Buchlesung "Schattenkinder hinter Torgauer Mauern" mit der Autorin und Betroffenen Heidemarie Puls

Heidemarie Puls – Jahrgang 1957 – war ein Heimkind. Im Alter von 12 Jahren kam sie ins Heim, lernte das System der DDR-Jugendhilfe mit seinen verschiedenen Heimtypen kennen, war in Durchgangsheimen, im Jugendwerkhof und im Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau. Diese war alles andere als ein Schutz vor der vorausgegangen Gewalt in der Familie. Prügel, Tritte, demütigende Strafen, Arrest und wiederum sexuelle Gewalt werden für sie zu alltäglichen Erfahrungen im Jugendheim und Jugendwerkhof, denen sie erst als Volljährige entkommt. Die Erinnerungen daran, das Verschweigen der Demütigungen, Scham und Schuldgefühle nötigen ihr ein langes Schweigen ab, das sie erst 2006 mit ihrem ersten Buch „Schattenkinder hinter Torgauer Mauern" bricht. Wort um Wort, Satz um Satz hat sie versucht, die Herrschaft über die eigene Biografie wieder zu erlangen, hat um ihre Würde geschrieben und sich und anderen ehemaligen Heimkindern gezeigt, dass es einen Weg aus der Gefangenschaft der verstörenden Erinnerungen gibt. Ihr erstes Buch war 2009 für den sächsischen Kunstpreis für Toleranz und Demokratie nominiert; Heidemarie Puls schreib zur Zeit an ihrem zweiten autobiografischen Buch.

29. März 2012, vormittags Gedenkstätte Point Alpha: Last border patrol
Deutsch- amerikanischer Schülerprojekttag

30. März 2012, 17 Uhr
Ökumenischer Jugendkreuzweg am Weg der Hoffnung mit anschließender Schülerlesung

anschließend Schülerlesung im Haus auf der Grenze

In seiner 54-jährigen Geschichte war es dem ökumenischen Jugendkreuzweg immer Anliegen, als Gebetsbrücke über Grenzen zu wirken – zwischen Generationen und Konfessionen ebenso wie zwischen den beiden Teilen Deutschlands, an die bis 1989 während der Gebete erinnert wurde.Das Dekanat Hünfeld-Geisa und die evangelische Pfarrgemeinde Geisa-Sünna greift die Tradition auf und lädt zu einem Jugendkreuzweg auf dem "Weg der Hoffnung" ein. Dabei sollen auch Zeitzeugen aus der DDR- Diktatur zu Wort kommen.

Im Anschluss an den ökumenischen Jugendkreuzweg laden wir alle Jugendlichen zu einer Lesung mit ehemaligen Schülern der Regelschule Geisa ein. Die Projektgruppe stellt die Stasiakte von Kerstin Leipolz vor, die wegen ihrer Liebesbeziehung zu einem Italiener von der Staatssicherheit verfolgt wurde.

Freitag, 27. Januar 2012 17:00 Uhr bis Freitag, 30. März 2012 21:00 Uhr
Haus auf der Grenze
Platz der deutschen Einheit 1
36419 Geisa
Birgit Konrad
Organisation Gedenkstätte
Telefon (06651) 91 90 30
E-Mail: birgit.konrad@pointalpha.com