„Die Familie" - Dokumentarfilm von Stefan Weinert

Filmvorführung mit anschließendem Gespräch

Ein Unrechtsstaat fügt immer auch den Hinterbliebenen der Verfolgten enormes Leid zu. Das macht die Dokumentation „Die Familie“ eindrucksvoll deutlich, indem sie Familienmitglieder erschossener Flüchtlinge ihre Geschichten erzählen lässt. Auch heute noch leiden die Angehörigen darunter – vor allem auch, weil sie lange Zeit, in manchen Fällen bis heute, über die Umstände der Tötungen an der Berliner Mauer im Unklaren gelassen werden. So haben sie keine Möglichkeit, mit der erlebten Tragödie abzuschließen.

Quelle: www.diefamilie-derfilm.de/downloads-artwork-texte.php

Am 29. April um 18:30 Uhr stellt Stefan Weinert im Haus auf der Grenze der Gedenkstätte Point Alpha seinen Dokumentarfilm „Die Familie“ vor und gewährt damit schmerzhafte und doch unermesslich wichtige Einblicke. Im Anschluss an die Filmvorführung besteht zudem die Möglichkeit, mit dem Autor ins Gespräch zu kommen. Seit vielen Jahren beschäftigt sich der erfolgreiche Schauspieler auch inhaltlich mit der deutsch-deutschen Geschichte. So war er bereits als Regisseur und Produzent für den vielfach ausgezeichneten Dokumentarfilm „Gesicht zu Wand“ verantwortlich.

In seiner neuen Dokumentation geht es um Fragen der moralischen und juristischen Aufarbeitung, die viele Familien - auch Jahrzehnte nach ihrem Verlust - nicht zur Ruhe kommen lassen. Ein Jurist erklärt, weshalb Verfahren gegen die Täter an der Grenze meist mit solch unbefriedigten Urteilen endeten. Im Mittelpunkt stehen aber immer die Angehörigen der Grenztoten und ihre jeweiligen Traumata. Ihre Aussagen, die in den Kontrast gestellt werden zu den entsprechenden Formulierungen in den Stasiakten, machen betroffen. Das kalte Bürokratendeutsch erscheint dabei noch unerträglicher als gewöhnlich.  Die Begegnung eines Todesschützen mit dem Sohn seines Opfers und der dabei entstandene Dialog bilden den Höhepunkt der Dokumentation. Das 37. Montreal World Film Festival bezeichnete die Dokumentation als ein „Meisterwerk von Menschlichkeit Moral und Mitgefühl.“

Eintritt frei - Trailer zum Film

Mittwoch, 29. April 2015 18:30 Uhr
Haus auf der Grenze
Platz der deutschen Einheit 1
36419 Geisa
Birgit Konrad
Organisation Gedenkstätte
Telefon (06651) 91 90 30
E-Mail: birgit.konrad@pointalpha.com