"Feindberührung" - Filmvorführung und Zeitzeugengespräch

Der Student Hartmut Rosinger glaubt in der DDR an den sozialistischen Weg und versucht, Gleichaltrige der Evangelischen Studentengemeinde (ESG) vom Marxismus zu überzeugen. Außerdem lässt er sich von der Stasi als IM "Hans Kramer" anwerben und berichtet über ESG-Veranstaltungen. Dabei trifft er auf Peter Wulkau, der als Philosophie-Student exmatrikuliert wurde, weil er zu viele Fragen gestellt hat, aber weiter öffentlich seine Meinung äußert. Hartmut Rosinger wird von der Stasi auf den aufmüpfigen Marxisten angesetzt. Er soll sich näher mit dem "Feind" anfreunden und berichtet fortan auftragsgemäß über seinen Freund, der an den Sozialismus des „Prager Frühlings“ glaubt und einen Roman über den tristen „Realsozialismus“ verfasst - mit fatalen Folgen. Die SED-Justiz verurteilt ihn wegen „Staatsfeindlicher Hetze“ in seinem Romanmanuskript zu 4 Jahre und 6 Monate Haft. Hartmut Rosinger versucht Schadensbegrenzung. Aber es ist bereits zu spät und auch er gerät in die Maschinerie der SED-Diktatur. 30 Jahre später treffen sich die Beiden wieder und trauen sich, einen Blick in das Leben des anderen zu werfen. Der Film zeigt die seltene Begegnung von Täter und Opfer als Chance einer ehrlichen Auseinandersetzung mit persönlicher Schuld vor dem Hintergrund eines perfiden Überwachungsstaates. Seit 2005 stellen sich beide ihrer Vergangenheit in Schülerprojekten. Seit 2011 gibt es den Dokumentarfilm „Feindberührung“ von Heike Bachelier.

Der Eintritt ist frei!

In Kooperation mit:

Mittwoch, 17. Januar 2018 18:30 Uhr bis 20:30 Uhr
Haus auf der Grenze
Platz der deutschen Einheit 1
36419 Geisa
Birgit Konrad
Organisation Gedenkstätte
Telefon (06651) 91 90 30
E-Mail: birgit.konrad@pointalpha.com