Abendvortrag: 70 Jahre Luftbrücke

veröffentlicht am 18.05.2018

Am 23.05.2018, um 19:30 Uhr, laden die Hessische Landeszentrale für politische Bildung (HLZ) und die Point Alpha Akademie im Rahmen des Seminars "70 Jahre Luftbrücke" zur Kurzfilmpräsentation und zum Vortrag des deutsch-amerikanischen Historikers John Provan in das Haus auf der Grenze ein.

 

Vor 70 Jahren führte der Streit um die Einführung der D-Mark in den amerikanischen, britischen und französischen Sektoren Berlins zur sowjetischen Blockade der „Halbstadt“. Der Konflikt zwischen den ehemaligen Verbündeten des Zweiten Weltkriegs hatte damit ein neues Level erreicht und erstmals stand die Gefahr einer militärischen Eskalation im Raum. „Die nun anlaufende Militäroperationen der Luftwaffen der Vereinigten Staaten und Großbritanniens führte jedoch nicht zu neuem Blutvergießen und ließ den ehemaligen Kriegsgegner Deutschland mittelfristig zu einem Partner und Verbündeten werden“, sagt Point Alpha Direktorin Ricarda Steinbach.

Mehr als ein Jahr lang flogen die durch die Berliner „Rosinenbomber“ getauften Transportflieger, um die Menschen in den West-Sektoren der Stadt mit dem Nötigsten zu versorgen. Ob die Aktion ein Erfolg werden würde, stand dabei keineswegs von vornherein fest. Zwar hatten die Alliierten bereits im April 1948 aufgrund fortwährender Konflikte mit den Sowjets auf den Transitrouten ihre Stützpunkte in Berlin aus der Luft versorgen müssen, die jetzt anlaufende „Operation Vittles“, was zu Deutsch etwa „Operation Proviant“ bedeutet, war jedoch historisch beispiellos. Der amerikanische Militärgouverneur Lucius D. Clay fragte deshalb den Berliner Bürgermeister Ernst Reuter, ob die Bevölkerung in den West-Sektoren die Belastung einer solchen Situation ertragen könne. Reuter entgegnete daraufhin nur, dass die Amerikaner sich um die Luftbrücke kümmern sollen, die Berliner Bevölkerung würde er übernehmen.
Selbst wenn man die politische Wirkung außer Acht lässt, können die schieren Dimensionen der Operation bis heute beeindrucken. Daher verwundert es nicht, dass die Luftbrücke auch medial umfangreich dokumentiert und aufgearbeitet ist. Neben tausenden von Fotografien, existiert auch ein viertelstündiger Dokumentarfilm der US-Luftwaffe, der 1949 in der Kategorie „Kurz Dokumentation“ für einen Oskar nominiert war. John Provan wird im Zuge seiner Präsentation verschiedene politische, militärische und nicht zuletzt mediale Aspekte der Luftbrücke darstellen.

 

Der Eintritt ist frei. Eine Voranmeldung ist nicht nötig.

 

In Kooperation mit: