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Vertreibung 1961 – eine Dokumentation: Film über Zwangsaussiedlungen in der Region wird im Kulturhaus Geisa erstmalig der Öffentlichkeit präsentiert.

Geisa. Die Point Alpha Stiftung erinnert mit dem Dokumentarfilm „Vertreibung 1961“ am Montag, den 27. März 2017, um 18:30 Uhr im Kulturhaus Geisa an das Schicksal vieler tausend in der DDR vertriebener Menschen. Etwa 11.500 Menschen wurden aus dem unmittelbaren Grenzgebiet zur Bundesrepublik in das Landesinnere der DDR zwangsweise umgesiedelt oder gewaltsam vertrieben. Das Ministerium für Staatssicherheit benutzte in menschenverachtender Weise zynische Decknamen wie „Aktion Ungeziefer" und „Kornblume“, um die Zwangsumsiedlungen zu koordinieren.

Die Filmemacher Peter Grimm und Eckart Reichl sowie der Regionalhistoriker Bruno Leister haben sich in der Rhön auf Spurensuche begeben, um mit Zeitzeugen und Angehörigen ins Gespräch zu kommen. In ihrem Film schildern sie unter anderem das Schicksal der Familie Fink aus Kranlucken bei Geisa, die sich gegen die Zwangskollektivierung der Landwirtschaft wehrte. Die Staatsmacht reagierte, indem sie den Vater und einen Sohn gegen deren Willen gewaltsam in den Westen abschoben. Die in der DDR verbliebenen Familienmitglieder wurden wenig später nach Sachsen zwangsumgesiedelt. Auch Marie-Luise Tröbs kommt im Film zu Wort. Im Alter von 10 Jahren mit ihrer Familie 1961 aus Geisa deportiert, kämpft die heutige Präsidentin des Bundes der in der DDR Zwangsausgesiedelten für die Menschen, die der politischen Willkür in der DDR ausgesetzt waren und ihre Heimat verloren.

Im Rahmen der Veranstaltung wird Reinhard Krebs, Landrat des Wartburgkreises, in einem Grußwort an die bis heute spürbaren Folgen der Zwangsaussiedlungsmaßnahmen erinnern. Im Anschluss an die Präsentation wird Ricarda Steinbach, Direktorin der Point Alpha Stiftung, mit den Protagonisten und Filmemachern ins Gespräch kommen. Die Point Alpha Stiftung leistet mit dem Film einen Beitrag zur wissenschaftlichen Aufarbeitung der Zwangsaussiedlungsmaßnahmen des SED-Regimes.
Die Herstellung des Dokumentarfilms wurde durch die Sparkassenstiftung der Wartburg-Region mit 6.000,00 EUR unterstützt.

Für Rückfragen steht Ihnen das Team der Gedenkstätte Point Alpha unter 06651/919030 zur Verfügung. Eine Anmeldung zum Veranstaltung ist nicht erforderlich.

Der Eintritt ist frei!

Veranstaltung: Vertreibung 1961 – eine Dokumentation
Termin: Montag, 27. März 2017, Beginn 18:30 Uhr
Ort: Kulturhaus Geisa, Bahnhofstraße 8, 36419 Geisa
Facebook: www.facebook.com/PointAlpha
Internet: http://pointalpha.com/veranstaltungen/alle