Presse & Mediathek

 

Point-Alpha-Preis 2014 geht an Miklós Németh


Quelle: Büro Miklós Németh

 

Ehrung erinnert an Öffnung des „Eisernen Vorhangs“ in Ungarn 1989 - Kuratoriumspräsidentin Christine Lieberknecht würdigt historisches Verdienst des ungarischen Volkes

Geisa, 28. Februar 2014
Der Point-Alpha-Preis für Verdienste um die Einheit Deutschlands und Europas in Frieden und Freiheit geht in diesem Jahr an den seinerzeitigen ungarischen Ministerpräsidenten des osteuropäischen Revolutionsjahres 1989, Miklós Németh.

Diese einstimmige Entscheidung gab heute das Kuratorium Deutsche Einheit e.V. bekannt, das seit 2005 die renommierte Auszeichnung verleiht. Mit dieser Ehrung soll der mutige und mit unkalkulierbarem persönlichem Risiko verbundene Einsatz des damaligen ungarischen Regierungschefs gewürdigt werden, der vor 25 Jahren den Abbau der mörderischen Grenzsperranlagen verantwortete, die sein Land und einen Teil Europas von dem freien Teil unseres Kontinents trennten. Seine Entscheidung war ein wegweisender Beitrag für die Beendigung der Ost-West-Konfrontation.

„Németh ebnete mit seiner Entscheidung einer Entwicklung den Weg, an deren Ende Europa unter den Bedingungen der Freiheit, der Demokratie und des Rechts friedlich vereint ist“, sagte die Präsidentin des Kuratoriums Deutsche Einheit, Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht, anlässlich der Bekanntgabe des Preisträgers. Die Europäische Union insgesamt und jeden ihrer Mitgliedstaaten in diesem Sinne weiterzuentwickeln sei die bleibende Verpflichtung aller europäischen Demokraten.

Zugleich möchte das Kuratorium seinen Dank und seine Achtung für die vorbildliche humanitäre Haltung und den engagierten caritativen Einsatz des ungarischen Volkes zum Ausdruck bringen. Insbesondere das großartige mitmenschliche Engagement des ungarischen Malteser- Hilfsdienstes für die vielen hundert DDR-Flüchtlinge vor, während und nach der dramatischen Öffnung der Grenze zwischen Ungarn und Österreich verdiene nicht nur höchste Anerkennung, sondern vor allem auch Dank und bleibenden Respekt.

Die historische Entscheidung der damaligen ungarischen Regierung, die sich geschlossen wie entschlossen, aber auch durchaus risikobewusst, gegen ihre Bündnispartner im so genannten „Warschauer Vertrag“ stellte, im August 1989 die martialisch gesicherte Grenze zu Österreich für die DDR-Flüchtlinge vor den Augen einer zutiefst bewegten und elektrisierten Weltbevölkerung zu öffnen, war das wohl nachhaltigste Signal nicht allein für den Abbau des gesamten Eisernen Vorhangs, sondern auch für den endgültigen Zusammenbruch der längst maroden kommunistischen Diktaturen in Osteuropa.

Diese Preisverleihung solle ein Vierteljahrhundert danach noch einmal den Blick auf diesen unvergessenen und weltgeschichtlich beispielhaften Beitrag lenken, den die damalige ungarische Regierung sowie das gesamte ungarische Volk namentlich für die Wiedervereinigung Deutschlands ein Jahr später geleistet haben.

Termin: Sonntag, 15. Juni 2014, 14:00 Uhr
im ehemaligen US-Camp „Point Alpha“ zwischen Geisa und Rasdorf an der thüringisch-hessischen Grenze.
Die Veranstaltung ist öffentlich. Alle Bürgerinnen und Bürger sind zur Teilnahme herzlich eingeladen.

Der Preis ist mit € 25.000 dotiert. Die Preisverleihung wird insbesondere ermöglicht durch die Unterstützung der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba).

Bisherige Preisträger waren Bundeskanzler a. D. Dr. Helmut Kohl, Präsident a. D. George Bush Sen., Präsident a. D. Michail Gorbatschow, Staatspräsident a. D. Václav Havel, die Bürgerrechtsbewegung der DDR, Bundeskanzler a. D. Helmut Schmidt, Ministerpräsident a. D. Felipe González und Staatspräsident a. D. Lech Wałęsa.