Point-Alpha-Preis 2011 an Felipe Gonzàles

Preisverleihung an Felipe Gonzáles am 18. Juni 2011 um 14.30 Uhr am Schlossplatz in Geisa

Geisa/Rasdorf. Der Point-Alpha-Preis für Verdienste um die Einheit Deutschlands und Europas in Frieden und Freiheit ging 2011 an den ehemaligen spanischen Ministerpräsidenten Felipe González. Das Kuratorium Deutsche Einheit ehrt damit González „als großen Europäer" und „für seine frühzeitige und unverbrüchliche Solidarität mit den Deutschen in ihrem Wunsch nach Einheit in Freiheit", so Kuratoriumspräsidentin Christine Lieberknecht. „González steht zugleich für ein dauerhaftes Engagement für Freiheit und Demokratie in Europa und weltweit." Im Jahr 2011 wurde der Preis erstmals in Kooperation mit der Landesbank Hessen-Thüringen verliehen, die den Point-Alpha-Preis auch in den kommenden Jahren als Hauptsponsor begleiten will.

Der Sozialist Felipe González war von 1982 bis 1996 Regierungschef in Madrid und führte die noch junge spanische Demokratie 1986 in die damalige Europäische Gemeinschaft. Noch in der Nacht des 9. November 1989 rief er den damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl und den damaligen SPD-Ehrenvorsitzenden Willy Brandt an um ihnen mitzuteilen, dass er eine Wiedervereinigung unterstützen werde. Kohl hob González´ Unterstützung in seinen Erinnerungen später besonders hervor, weil andere westeuropäische Verbündete zunächst mit Skepsis reagiert hatten. González, der sich als Karlspreisträger bereits 1993 für ein stärkeres und vergrößertes Europa aussprach, ist heute unter anderem als Präsident der Fundación Ideas para el Progreso tätig, einer Stiftung, die sich für globalen Fortschritt, Menschenrechte, Umweltschutz und internationale Solidarität einsetzt. Er engagiert sich für einen Brückenschlag zwischen Europa und Lateinamerika und beschäftigt sich seit Jahren, zeitweise auch als Vorsitzender eines „Rats der Weisen" im Auftrag der Europäischen Union, mit Zukunftsfragen.

Der Sozialist González, der seine politische Laufbahn im Widerstand gegen den spanischen Diktator Franco begann, wurde am 18. Juni in Geisa geehrt. Die Preisverleihung wurde live im Fernsehprogramm des Mitteldeutschen Rundfunks übertragen. Aufgrund des Einsturzes der historischen Fahrzeughalle auf Point Alpha fand die Veranstaltung in Jahr 2011 am Sitz der Point Alpha Stiftung und der Point Alpha Akademie am Geisaer Schlossplatz statt. Die Veranstaltung begann um 14.30 Uhr und war öffentlich.

Die Stiftung organisierte zusätzlich ein „public viewing" im neuen Tagungsraum des frisch sanierten Akademiegebäudes im historischen Amtsgericht.