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Ziel Umerziehung - Die Geschichte repressiver Heimerziehung der DDR: Neue Wechselausstellung ist bis zum 31. Oktober in der Gedenkstätte Point Alpha zu sehen

veröffentlicht am 09.09.2016

Die neue Wechselausstellung im Haus auf der Grenze widmet sich der Heimerziehung in der DDR. Mit Quellendokumenten, Bildern und Begleittexten werden die Zustände in den Heimen, ihre Arbeitsweise und der Heimalltag dargestellt. Fünf Einzelschicksale ermöglichen einen persönlichen Zugang zum Thema. Zudem wird der bis heute geltende Einfluss auf die Jugendlichen und die Aufarbeitung des Unrechts deutlich. Die Ausstellung ist bis zum 31.10.2016 im Obergeschoss des Hauses auf der Grenze zu sehen. Der Eintritt zur Ausstellung ist im regulären Gedenkstättenpreis mit inbegriffen.

Erziehung war für die kollektivistische Gesellschaft der DDR von höchster Bedeutung, um den sozialistischen Menschen zu formen. Disziplin, Ideologie und die (Wieder-)Herstellung der Arbeitswilligkeit waren Hauptmerkmale aller sozialistischen Erziehung.

Die Ausstellung wurde von der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau erarbeitet. Mehr als 4.000 Jugendliche, Straftäter,  Homosexuelle und nicht systemkonforme junge Menschen im Alter von 14 bis 18 Jahren wurden in Torgau in der Zeit des Bestehens von 1964-1989 untergebracht. Strengste willkürliche Disziplinierung und Überwachung, unmenschliche Strafen und harte, körperliche Arbeit führten zu zahlreichen Selbstmord- und Fluchtversuchen.

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