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Tradition und Moderne in der Bundeswehr

Montag, 14. Mai 2018 - 12:30 bis Mittwoch, 16. Mai 2018 - 11:30
Seminarnummer:
2018I_AP03

Tradition und Moderne in der Bundeswehr – ein Spannungsverhältnis?

Seit Aussetzung der Wehrpflicht im März 2011 sieht sich die Bundeswehr nicht nur personellen Problemen gegenübergestellt. Das bisher geltende Leitbild des „Staatsbürgers in Uniform“ scheint durch das Ende der allgemeinen Dienstpflicht in Gefahr. Mahnende Stimmen denken gar an die Zeit der Weimarer Republik zurück, als die Reichswehr als „Staat im Staate“ außerhalb der öffentlichen Ordnung existierte. Rechtsextremistisch motivierte Vorfälle und Missbrauch von Führungspositionen stießen überdies in denen vergangenen Monaten eine öffentliche Debatte über die Frage an, in welcher Tradition deutsche Streitkräfte sich verorten dürfen?

Können Wehrmacht oder Nationale Volksarmee (NVA) der DDR für die Bundeswehr traditionsstiftende Vorbilder sein? Mit dem jüngst erneuerten Traditionserlass wird dies bis auf wenige Ausnahmen ganz offiziell verneint. Unter dem Schirm der Verfassungswerte des Grundgesetzes sollen für die Streitkräfte der Bundesrepublik vielmehr die Leistungen ihrer Angehörigen sowie ihre Geschichte selbst traditionsstiftend sein.

Historisches Fundament für die Erinnerungskultur der Bundeswehr ist der Kalte Krieg, ohne den die Gründung der Truppe zehn Jahre nach der totalen Niederlage kaum verständlich ist. 28 Jahre nach der Wiedervereinigung Deutschlands steht jedoch auch diese Erinnerungskultur in einem Spannungsverhältnis zwischen der Wehrpflichtarmee des Kalten Krieges und der weltweit tätigen Einsatzarmee des 21. Jahrhunderts. Angewendet auf die Geschichte der Bundeswehr insgesamt, kann man nahezu zwei Phasen der Traditionsbildung identifizieren: Jenen der Bündnisarmee und jenen der Einsatzarmee.

Kosten
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