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"Lernort Point Alpha" - die deutsch-amerikanischen Beziehungen in Geschichte und Gegenwart

Dienstag, 19. September 2017 - 12:00 bis Donnerstag, 21. September 2017 - 14:00
Seminarnummer:
2017II_AP012
Mit dem Ende des Kalten Krieges und dem Voranschreiten der europäischen Einigung in den 1990er/2000er Jahren schien die Relevanz sicherheitspolitischer Themen in Deutschland und Europa zunächst eine geringere Gewichtung zu erhalten, wie dies zuvor in der Zeit der bipolaren Weltordnung und des Ost-West-Konflikts der Fall war. Damit schienen auch die deutsch-amerikanischen Beziehungen an Wichtigkeit zu verlieren.

Rahmengebend für die Außen- und Sicherheitspolitik der Bundesrepublik Deutschland war  stets das Bündnis zu den Vereinigten Staaten. Während des Kalten Krieges hatten die USA die Rolle des Sicherheitsgaranten für Europa. Theoretisch verließen die USA niemals diese Rolle, wenngleich es eine Gewichtsverschiebung hin zu einem stärkeren Engagement der Europäer geben sollte.

In den jugoslawischen Zerfallskriegen zeigte sich jedoch, dass die Europäer ohne die USA sicherheitspolitisch nur eingeschränkt handlungsfähig waren. Die Terroranschläge des 11. Septembers 2001 brachten insbesondere die Bundesrepublik in die Situation nach Jahren des US-Engagements in Europa an der Seite der USA in gefährliche Einsätze wie die ISAF-Mission in Afghanistan ziehen zu müssen.

Dagegen stehen zunehmende Entkopplungsprozesse deutscher und amerikanischer Sicherheitsinteressen sowie anti-amerikanische Ressentiments innerhalb der deutschen Gesellschaft. Ganz konkret wurde dies deutlich in der Spionageaffäre um den US-Geheimdienst NSA sowie in der polarisierenden Debatte um die Rückverlegung konventioneller US-Truppen nach Europa, um eine glaubwürdige Abschreckung gegenüber Russland aufzubauen.

Die Präsidentschaft Donald Trumps scheint ein neuerlicher Höhepunkt in dieser Entkopplung der Bundesrepublik von den USA zu werden. Das Seminar wird diese und weitere Themen aufgreifen. Durch den Besuch  authentischer Lernorte (Gedenkstätte Point Alpha und Radom Wasserkuppe) und die Wanderung entlang der ehemaligen Grenze können sich die Seminarteilnehmer ein eigenes Bild von den sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen der Welt des Kalten Krieges machen. Die Vorführung des Films „Der Dritte Weltkrieg“ von Guido Knopp soll insbesondere jüngeren Seminarteilnehmern nochmals verdeutlich werden, welche dramatischen Folge eine Eskalation des Kalten Krieges für die beiden deutschen Staaten bedeutet hätte.

Die so gewonnenen Eindrücke können im Gespräch mit einem ehemaligen amerikanischen Soldaten, der selbst im OP Alpha, also unmittelbar an der innerdeutschen Grenze seinen Dienst versehen hat, nochmals vertieft werden. Für die wissenschaftliche Vertiefung der Thematik ist darüber hinaus ein Fachvortrag vorgesehen.

 

Die Maßnahme zielt auf die Weiterbildung von MultiplikatorInnen der politischen Bildung, insbesondere auf VertreterInnen von Vereinen, Verbänden und Einrichtungen mit sicherheitspolitischer Ausrichtung sowie allgemein politisch Interessierte.

 

AnhangGröße
programm_lernort_pa_mit_gw.pdf643.2 KB
Kosten
DZ
100.00€
EZ
130.00€