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Lernort Point Alpha: Sicherheitspolitik in Geschichte und Gegenwart

Dienstag, 12. September 2017 - 12:30 bis Donnerstag, 14. September 2017 - 14:00
Seminarnummer:
2017II_ AP01
Mit dem Ende des Kalten Krieges und dem Voranschreiten der europäischen Einigung in den 1990er/2000er Jahren schien die Relevanz sicherheitspolitischer Themen in Deutschland und Europa zunächst eine geringere Gewichtung zu erhalten, wie dies zuvor in der Zeit der bipolaren Weltordnung und des Ost-West-Konflikts der Fall war.

Gemäß der sich ändernden Rahmenbedingungen wurde daher etwa die Personalstärke der Bundeswehr von knapp 500.000 aktiven Soldaten im Jahr 1990 auf heute unter 200.000 herabgesetzt. Die Vielzahl der Einsätze der Teilstreitkräfte in Europa, Afrika oder Asien in den vergangenen Jahren haben aber zeitgleich gezeigt, dass das Spektrum sicherheitspolitischer Herausforderungen deutlich an Komplexität gewonnen hat. Der Kampf gegen den religiös begründeten Terrorismus; Friedenseinsätze zur Absicherung freier Wahlen; die Überwachung freier Seewege; die verstärkte Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedern der NATO in der Folge des Krieges in der Ost-Ukraine sowie Räume begrenzter Staatlichkeit und damit einhergehende Flüchtlingsbewegungen: das Aufgabenspektrum der Bundeswehr sowie die Anforderungen an das sicherheitspolitische Engagement Deutschlands erscheinen im 21. Jahrhundert deutlich diverser.

Zugleich ergeben sich aus diesen Herausforderungen eine Reihe von Fragen hinsichtlich der Fähigkeit Deutschlands, zur Lösung der genannten Probleme beizutragen: Beutet etwa das stärkere Engagement in humanitären Fragen zukünftig auch eine weiter zunehmende Anzahl von Auslandseinsätzen der Bundeswehr? Welche Akteure außerhalb der Streitkräfte können zur internationalen Friedenswahrung beitragen? Und welche Ansätze der Krisenprävention sind auch zukünftig dazu geeignet, aufkommende Konflikte frühzeitig zu deeskalieren?

Das Seminar wird diese und weitere Fragen aufgreifen. Durch den Besuch authentischer Lernorte (Gedenkstätte Point Alpha und Radom Wasserkuppe) und die Wanderung entlang der ehemaligen Grenze können sich die Seminarteilnehmer ein eigenes Bild von den sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen der Welt des Kalten Krieges machen. Im Rahmen von Fachvorträgen  und Diskussionsrunden soll diesen Eindrücken die Vielschichtigkeit zukünftiger sicherheitspolitischer Herausforderungen im 21. Jahrhundert gegenüber gestellt werden.

Die Maßnahme zielt auf die Weiterbildung von MultiplikatorInnen der politischen Bildung, insbesondere auf VertreterInnen von Vereinen, Verbänden und Einrichtungen mit sicherheitspolitischer Ausrichtung sowie allgemein politisch Interessierte.

Kosten
DZ
100.00€
EZ
130.00€