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08.05: "Junge Männer aus der Rhön im Dienst des englischen Königs" - Der Einsatz hessischer Truppen im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg

veröffentlicht am 02.05.2018

Geisa. Am 08. Mai 2018, um 18:30 Uhr, laden die German-American Business and Cultural Association (GABACA) aus Fulda und die Point Alpha Stiftung gemeinsam zum Vortrag von Prof. Dr. Holger Thomas Gräf in das Haus auf der Grenze der Gedenkstätte Point Alpha ein. Der Historiker von der Philipps-Universität Marburg wird über den Einsatz hessischer Truppen im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg sprechen.

Der 08. Mai gilt gemeinhin als Tag der „Stunde null“. 1945 musste das nationalsozialistische Deutschland bedingungslos vor den alliierten Mächten der Anti-Hitler-Koalition kapitulieren. „Für die meisten Menschen beginnt die Geschichte der deutsch-amerikanischen Beziehungen mit der Niederlage Deutschlands im Zweiten Weltkrieg und dem folgenden Wiederaufbau Westdeutschlands unter dem Schutz der Vereinigten Staaten. Weniger bekannt ist dagegen, dass nicht zuletzt aus dieser Region hier, viele Menschen familiäre Verbindungen in die USA unterhalten, die wesentlich weiter zurückreichen in der Geschichte“, sagt Stiftungsdirektorin Ricarda Steinbach.

Von 1775 bis 1783 führten die 13 amerikanischen Kolonien Krieg gegen die britische Kolonialmacht und für ihre Unabhängigkeit. Auf Seiten der Briten kämpften auch etwa 12.000 Soldaten aus der Landgrafschaft Hessen-Kassel, die vom damaligen Landgraf Friedrich II. an die britische Krone vermietet worden waren. Dabei fanden nicht wenige der verschickten Soldaten nach dem Krieg ihr persönliches Glück in der „neuen Welt“. Dieser Einsatz der hessischen Soldaten im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg genießt in der historischen Forschung dies- und jenseits des Atlantiks nach wie vor eine erhebliche Beachtung. Er ist aber auch und vor allem in der öffentlichen Wahrnehmung präsent. Man wird nicht übertreiben, wenn man zumindest für Hessen und die USA von einem kollektiven Erinnerungsort spricht. Man könnte überspitzt formulieren, dass die Bedeutung dieses Militäreinsatzes vor bald 230 Jahren seine heutige Relevanz sogar in der Hauptsache daher bezieht, dass er nach wie vor einen Ort im kulturellen Gedächtnis einnimmt.

Prof. Dr. Holger Thomas Gräf, der seit 1996 für das Hessische Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL) in Marburg tätig ist und an der Philipps-Universität lehrt, wird auf Grundlage neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse diese historische Episode in den deutsch-amerikanischen Beziehungen aufarbeiten. Dabei soll auch das Schicksal junger Männer aus den Dörfern und Städten der Rhön Beachtung finden.

 

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei, eine Voranmeldung ist nicht nötig.

 

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